Weiter weg und doch näher dran “am Original”

Durchstöbert man das Internet nach besonders häufigen Fragen zum Thema „Pferdefotografie“, so stößt man immer wieder auf den Wunsch ein paar einfache Tipps speziell für die Vierbeiner zu bekommen und weniger technisches Handwerkszeug. Fraglos geht es nicht ohne letzteres, aber allein die Beachtung einiger einfacher Hinweise führt ebenfalls schon zu besseren Bildern. Heute soll es dabei um den Abstand zum Pferd gehen.

Sehr häufig sehen Pferde auf Fotos etwas merkwürdig proportioniert aus, der Grund: der Fotograf steht zu dicht am Pferd.

  • Je weiter der Fotograf vom Pferd entfernt steht, desto weniger Verzerrungen entstehen durch das Objektiv.

Natürlich kann diese Aussage nicht pauschal gelten: es kommt auf die Kamera an, auf das Objektiv und auch auf den Motivwunsch (dazu an anderer Stelle mehr). Dennoch lohnt es sich in den meisten Fällen ein paar Schritte zurück zu gehen, auch wenn das Pferd oder z.B. sein Kopf dadurch kleiner wird als einem erst einmal lieb ist. Dieses Problem lässt sich durch späteren Zuschnitt des Bildes beheben.

Auf den beiden nachfolgenden Bildern kann man sehr schön sehen, was passiert, wenn man zu dicht am Pferd steht. Beide Bilder wurden mit einer “normalen” Digitalkamera gemacht, d.h. ohne besonderes Objektiv. In einem anderen Beitrag werde ich noch zeigen, wie sich zusätzlich unterschiedliche Objektive (bei gleichem Abstand) auswirken.

Zu dicht: das Objektiv verzerrt die Proportionen des Hessischen Warmbluts (links) und des Trabers (rechts)

Zu dicht: das Objektiv verzerrt die Proportionen des Hessischen Warmbluts (links) und des Trabers (rechts)

Bei dieser Art der Aufnahme, den Ganzkörperportraits von schräg vorn, wirkt vor allem der Kopf übergroß. Vergleichen Sie z.B. wie groß der Kopf im Vergleich zur Hinterhand ist! Selbstverständlich kann man diese Verzerrung auch als Stilmittel nutzen, vor allem bei gähnenden oder flehmenden Pferden kann die Perspektive zu schönen Schnappschüssen verhelfen. Wer jedoch sein Pferd möglichst “natürlich” ablichten möchte, der sollte einige Schritte zurück gehen. Abhängig davon, ob man eine digitale Spiegelreflexkamera besitzt oder nicht, kann man den Effekt auch schon durch den Sucher sehen.

Auf dem folgenden Bild steht der Fotograf etwa 15m (!) vom Pferd entfernt. Hier erkennt man sofort, dass die Proportionen dem “Original” deutlich näher kommen:

Die Proportionen dieses Reitpony-Wallachs sehen durch größere Entfernung deutlich natürlicher aus

Die Proportionen dieses Reitpony-Wallachs sehen durch größere Entfernung deutlich natürlicher aus

Die meisten neueren Kameras haben eine ausreichende Schärfe, um auch weiter entfernte “Objekte” später durch Bildzuschnitt näher heran zu holen. Daher: trauen Sie sich, auch wenn das Bild im Sucher Ihrer Kamera noch nicht ganz dem entspricht, was Sie sich vorgestellt hatten.

Herzlich Willkommen!

Auf unseren Seiten finden Sie viele Tipps und Anregungen, um selbst schöne Fotos von (und mit) Pferden zu machen. Von der Aufnahme bis zur Nachbearbeitung haben wir unsere Erfahrungen hier zusammengetragen und freuen uns, wenn Sie mitkommen auf einen kleinen Ausflug in die digitale Welt.