“Aufgelöstes Pferd” oder die Grundbegriffe der Bildgröße

Mit schönen Bildern kann man eine Menge machen: sie als Poster an die Wand hängen, seinen Desktophintergrund verschönern, im Pferdeforum endlich mal ein Bild des eigenen Vierbeiners einstellen, Fotobücher zusammenstellen usw.

Vor allem, wenn man Bilder im Internet veröffentlichen möchte, wird man schnell feststellen, dass die Bilder (meist um 2-4 MB) viel zu “groß” sind. Zu groß bezieht sich hier meist auf die Datenmenge (angegeben in kB oder MB). Wie klein darf man sie nun machen, damit sie nicht verschwommen aussehen? Und andersherum: reicht die Bildgröße um ein Poster davon drucken zu lassen, das nicht pixelig aussieht?

Auch wenn man dazu neigt Definitonen eher zu überfliegen als zu lesen, zunächst ein paar Grundbegriffe, die man kennen sollte. Solange man nicht weiß, was sich dahinter verbirgt, werden weitere Erklärungen schnell un- oder missverständlich.

  • Pixel - ein Pixel ist ein “digitaler Punkt”, also die kleinste Einheit aus der ein Foto besteht. Ein Pixel hat dementsprechend immer auch nur eine Farbe. Ist ein Bild sehr “verpixelt”, dann kann man einzelne dieser Punkte sehen.
  • Auflösung - Unter Auflösung versteht man zum einen die “digitale Bemaßung” eines Formats in Pixeln, egal ob ganzer Bildschirm, Foto oder Video. Ein Foto in der Auflösung 800×600 ist 800 Pixel breit und 600 Pixel hoch. Diese “Bildschirmauflösung” kann man z.B, bei seinem Monitor individuell einstellen. Des Weiteren kann man die Auflösung eines Bildes in DPI angeben (siehe nächster Punkt).
  • DPI (= dots per inch – Punkte pro Zoll) dpi ist ein Wert zur Beschriebung der “Dichte” eines digitalen Bildes. Je weniger Punkte zur Darstellung eines Bildes vorhanden sind, desto pixeliger ist es. Für Darstellungen auf dem Bildschirm kann man (abgesehen von sehr kleinen Bilder, wie sie z.B. in Forenprofilen verwendet werden) die dpi meist vernachlässigen.

Diese Bildeigenschaften sind bei jedem Foto hinterlegt. Über einen Rechtsklick mit der Maus gelangt man zu den Eigenschaften des Bildes, denen man dann Pixel und Auflösung entnehmen kann.

In den "Bildeigenschaften" kann man Größe und Auflösung des Bildes erfahren

In den "Bildeigenschaften" kann man Größe und Auflösung des Bildes erfahren

Fall 1:  Bilder zur Darstellung im Internet optimieren

Hier geht es vor allem darum, die Datenmenge zu minimieren, um lange Ladezeiten der Seite zu vermeiden. Jeder, der sich im Internet bewegt hat sicher schon einmal festgestellt, dass manche Seiten schnell aufgehen, andere weniger schnell. Vor allem große Bilder verlangsamen den Seitenaufbau enorm, so dass es sich lohnt, eigene Bilder zu optimieren. Dazu sollte folgendes beachtet werden:

  • Punktdichte: 72 dpi (das entspricht der Bildschirmauflösung, d.h. ein höherer DPI-Wert führt nicht zu einer besseren Darstellung!)
  • Bildgröße: hier sollte man sich an die Vorgaben der Seite halten, auf welcher man das Bild hochladen möchte. Die meisten Foren z.B. haben für die Auflösung Regeln oder Richtlinien festgelegt. In der Regel sollte die längste Seite des Bildes maximal zw. 800 – 1000 Pixel sein. Das ist auch für die Darstellung in Online-Fotoalben völlig ausreichend.

Fall 2: Bilder für ein Fotobuch oder einzelne Bilder

Möchte man eines seiner Bilder ausdrucken, ein Fotobuch oder einen Abzug bestellen, so ist dafür die Auflösung des Fotos direkt von der Kamera in der Regel ausreichend. Vorsichtig sollte man sein beim Bearbeiten der Bilder. Wählt man z.B. einen Bildabschnitt aus, der nur einen kleinen Teil des Originalbildes ausmacht, dann sollte man sich vergewissern, dass die Größe noch für den Druck ausreicht.

  • Punktdichte: mindestens 300 dpi (das entspricht der Standardeinstellung bei den meisten Druckern, beim professionellen Buchdruck sind meist 600 dpi erforderlich)
  • Bildgröße: die Größe des Fotos ergibt sich aus der Zahl der Punkte pro Zoll (= dpi) und der gewünschten Größe des Abzugs. Beispiel: für ein Foto in der Größe 9×13cm muss das Bild bei einer Auflösung von 300 dpi eine Größe von 1060×1540 Pixeln haben. Würde man das Bild nur in einer Auflöung von 72 dpi zum Entwickeln geben, dann wäre die Qualität sichtbar schlecht. (Das Bild hat dann nur noch eine Größe von 255×369 Pixel)

Fall 3: Posterdruck

Immer beliebter werden Fotodrucke, z.B. auf Leinwänden, Tapeten aber auch auf “normalem” Fotopapier. Die meisten Anbieter entsprechender Angebote prüfen ein Bild bereits vor dem Druck auf seine “druckfähigkeit”. Ist die Auflösung des Bildes zu gering, so wird man darüber meist vorher infomiert. Wer es einmal probiert, wird feststellen, dass es häufig keine klare Grenze zwischen druckfähig und ungeeignet gibt. Das liegt daran, dass bei sehr großen Bildern eine leichte “Unschärfe” (aufgrund geringerer Auflösung) nicht auffällt, da man die Fotos üblicherweise aus einiger Entfernung betrachtet. Dennoch sollte man beachten:

  • Punktdichte: ca. 300 dpi (leichte Abweichungen nach unten sind möglich, wenn die Detailtreue des Bildes nicht ganz so wichtig ist)
  • Bildgröße: möchte man ein Poster der Größe 100×60cm anfertigen lassen, dann sollte das Bild bei einer Druckauflösung von 300dpi 11800×7100 Pixel groß sein – wichtig hierbei: das Vergrößern des Bildes, d.h. das nachträgliche Erhöhen der Pixelzahl ist nicht möglich, da gleichzeitig die DPI-Zahl verringert wird. Mit einigen Fotoprogrammen wie z.B. Adobe Photoshop kann ein Bild mit Hilfe bestimmter Algorithmen “hochgerechnet” werden. So kann man Bilder in gewissem Rahmen vergrößern, einfache Programme bieten das aber meist nicht an.
Pferdeauge - links hohe Auflösung, rechts geringe Auflösung --> das Bild wirkt unscharf, wenn man genau hinsieht erkennt man aber vor allem an der hellen Linie unter dem Auge, dass es pixelig ist

Pferdeauge - links hohe Auflösung, rechts geringe Auflösung --> das Bild wirkt unscharf, wenn man genau hinsieht erkennt man aber vor allem an der hellen Linie unter dem Auge, dass es pixelig ist

Im Grunde ist der Umgang mit den richtigen Pixeln und Auflösungen recht einfach – vorausgesetzt man hat einmal verstanden, worum es sich dabei genau handelt. Mit diesem kleinen Leitfaden ist es hoffentlich geglückt etwas Licht in das “Dunkel” dieser wirklich wichtigen Grundbegriffe zu bringen :-)

Herzlich Willkommen!

Auf unseren Seiten finden Sie viele Tipps und Anregungen, um selbst schöne Fotos von (und mit) Pferden zu machen. Von der Aufnahme bis zur Nachbearbeitung haben wir unsere Erfahrungen hier zusammengetragen und freuen uns, wenn Sie mitkommen auf einen kleinen Ausflug in die digitale Welt.