“Spiegel der Seele” ohne Spiegelung

Fraglos gehört das Pferdeauge zu den beliebtesten Motiven in der Nahaufnahme. Wie beim menschlichen Auge auch, sind dabei Reflektionen in den dunklen Zonen meist sehr deutlich zu sehen. Beim Menschen beschränkt sich das auf den kleinen Teil Iris, beim Pferd hingegen spiegelt sich die Umgebung im (fast) gesamten Auge. Diesen Effekt kann man nutzen, häufig ist er jedoch unerwünscht. Im nachfolgenden Bild der Fotograf doch etwas ablenkend:

Der Fotograf im Pferdeauge - ein unerwünschter Spiegeleffekt

Der Fotograf im Pferdeauge - ein unerwünschter Spiegeleffekt

Dieses Problem kann durch eine leichte Veränderung der Position schon verändert werden. Auf dem nachfolgenden Bild, das perspektivisch kaum einen Unterschied macht, ist der Fotograf nicht mehr zu sehen. Dafür sieht man hier ebenso wie auf dem vorhergehenden Foto: besonders bei Nahaufnahmen ist es wichtig das Pferd vorher zu putzen. Details wie vorn am Pferdeauge zu sehen, fallen bei Nahaufnahmen besonders auf!

Nahaufnahme "ohne Fotograf" - das Auge sollte aber sauber sein für das nächste Shooting

Nahaufnahme "ohne Fotograf" - das Auge sollte aber sauber sein für das nächste Shooting

Unabhängig von der eigentlichen Spiegelung lohnt es sich auch mit verschiedenen Perspektiven zu experimentieren. Auf den drei nachfolgenden Bildern sieht man drei Mal das gleiche Auge, jedoch aus unterschiedlichem Blickwinkel. Gut zu erkennen sind zwei Dinge: gerade auf dem ersten Bild sieht man, wie schön eine Spiegelung des Himmels eingesetzt werden kann. Auch wenn hier eine Person in der Reflektion zu sehen ist, so wirkt das Bild sehr lebendig. Auf dem dritten Foto (ganz rechts) sieht man wiederum etwas, das man vermeiden sollte: das Auge mit weiß darin zu fotografieren. Unabhängig vom häufig unschönen Blickwinkel von schräg hinten, wirkt ein Pferdeauge leicht unnatürlich bis aggressiv, wenn das weiß darin zu sehen ist.

Pferdeaugen aus drei Perspektiven

Pferdeaugen aus drei Perspektiven

Nun bleibt immer noch eine Frage offen: wie kann man das Auge “selbst” ohne Spiegelung fotografieren? Auf dem nachfolgenden Bild sieht man ein Foto das mit Hilfe eines Polarisationsfilters gemacht wurde. Ein verkürzt auch Polfilter genannter Filter wird vor das Objektiv geschraubt. Er unterdrückt unerwünschte Spiegleungen auf glatten, nichtmetallischen Oberflächen wie z.B. Wasser, Glas und eben: Pferdeaugen. Auf dem nachfolgenden Bild sieht man daher , wie die Iris des Pferdeauges “tatsächlich” aussieht:

Pferdeauge fotografiert mit Polarisationsfilter - ein seltener Anblick

Pferdeauge fotografiert mit Polarisationsfilter - ein seltener Anblick

Übrigens: die Anschaffung eines Polfilters lohnt sich nicht nur für das Pferdeauge. Allgemein verbessert er bei bestimmten Aufnahmen die Farbbrillianz:

  • Die Grünwiedergabe von Laub und Gräsern wird verbessert, weil das Polarisationsfilter störende (blaue) Reflexe des Himmels teilweise unterdrückt.
  • Das Blau eines wolkenlosen Himmels ist auf dem Bild dunkler und somit kräftiger in seiner Farbe. Weiße Wolken treten deutlicher vor dem blauen Himmel hervor.
  • Auch Meerwasser sieht aus wie auf Katalogbildern: zartblau und türkis.

Auf dem nachfolgenden Bild – wenngleich kein Pferdefoto – kann man den letztgenannten Effekt sehr schön sehen. Diese Bucht sieht (leider) für das normale Auge etwas weniger spektakulär aus. Um bei solchen und anderen Aufnahmen, bei denen Himmel, grüne Wiesen oder Wasser eine große Rolle spielen besonders schöne Fotos zu machen,  lohnt sich die Anschaffung eines Polfilters auf jeden Fall!

Bucht bei Paguera - der Polfilter zaubert ein "katalogfähiges" Mittelmeer

Bucht bei Paguera - der Polfilter zaubert ein "katalogfähiges" Mittelmeer

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  • "Spiegel der Seele" ohne Spiegelung

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