Black Beauty unerwünscht: über die richtige Belichtungsmessung

Besonders bei Motiven mit Gegenlicht oder sehr starken Kontrasten kommt es schnell zu einer unerwünschten Belichtung: aus dem schönen Fuchs wird eine dunkle Kontur, der helle Hintergrund hingegen ist richtig belichtet. Ein schönes Beispiel dazu ist eine Person vor einem wunderschönen Sonnenuntergang: während das Farbenspiel des Himmels voll zur Geltung kommt ist der Mensch im Vordergrund meist komplett schwarz – auch dann, wenn die Lichtverhältnisse eigentlich ein besseres Ergebnis ermöglichen.

Früher war dieses Phänomen nur mit dem Einsatz eines Blitzes zu umgehen: durch die starke Ausleuchtung des Vordergrundes wurde der Kontrast zwischen Vorder- und Hintergrund geringer und die richtige Belichtung einfacher.

Heute bieten viele Kameras unterschiedliche Messmethoden zur Belichtungsbestimmung an, um dieses Problem zu lösen:

  • Mehrfeldmessung (auch Matrixmessung): Die Kamera wählt die Belichtung automatisch entsprechend der Aufnahmesituation. Hierbei wird die Belichtung  in Abhängigkeit von Helligkeit, Farbverteilung und Objektentfernung über mehrere Messfelder ermittelt.
  • Selektivmessung (auch Spotmessung, wenn der Bereich sehr klein ist): Diese ist nützlich, wenn der Hintergrund zum Beispiel aufgrund von Gegenlicht sehr viel heller ist als das Motiv. Der graue Bereich in der unteren Abbildung (Mitte) stellt den Messschwerpunkt dar, anhand dessen die Standardbelichtung ermittelt wird. Hierbei ist es erforderlich sich vor dem Auslösen zu entscheiden, welcher Belichtungsbereich als Referenz für das gesamte Bild dienen soll. Es gehört etwas Erfahrung dazu, um keine unter- oder überbelichteten Ergebnisse zu produzieren.
  • Mittenbetonte Integralmessung: Hier liegt der Messschwerpunkt in einem größeren, zentralen Bereich, während der Rest des Bildfelds integral gemessen wird. Der Messbereich erstreckt sich fast über 50% des Suchers und nimmt zu den Seiten hin ab, wie in der nachfolgenden Darstellung gut zu erkennen (rechts). Diese Messmethode eignet sich für fortgeschrittene Benutzer.
Darstellung verschiedener Messmethoden

Darstellung verschiedener Messmethoden

Die nachfolgenden Fotos wurden mit der Selektivmethode gemacht, um den sensiblen Umgang mit dem Belichtungsfenster zu verdeutlichen.

Der Kreis in der Mitte symbolisiert die Fläche, die die Kamera bei der Belichtungsmessung berücksichtigt; die weiße Bande im Hintergrund reflektiert die Sonnenstrahlen und wirkt somit als eine Gegenlichtquelle.

Selektivmessung auf der Rennbahn (Ovambo Queen, 3j. Stute im Rennen über 2000 m in Hoppegarten))

Selektivmessung auf der Rennbahn (Ovambo Queen, 3j. Stute im Rennen über 2000 m in Hoppegarten)

Selektivmessung auf der Rennbahn wenige Sekunden später - dieses Bild ist deutlich heller als das erste

Selektivmessung auf der Rennbahn wenige Sekunden später - dieses Bild ist deutlich heller als das erste

Vergleicht man beide Bilder, so fällt auf, dass der Messbereich auf dem ersten Bild nicht ganz mittig ausgerichtet war. Hier wird ein größerer Teil der weißen Bande in die Belichtungsbestimmung einbezogen. Dieser kleine Unterschied führt dazu, dass die zwei aufeinander geschossenen Fotos einen deutlichen Unterschied in der Belichtungszeit aufweisen (Zeitautomatikmodus, ISO 400, Blende 8). Das erste Foto wurde mit 1/640 Sekunde, das zweite mit 1/250 Sekunde belichtet. Im Ergebnis sieht man deutlich, dass sowohl das Rennpferd als auch die Rasenfläche auf dem ersten Bild deutlich dunkler sind als auf dem kurz darauf entstandenen Vergleichsbild.

Bei Sportaufnahmen mit bewegten Bildern und schneller Änderung der Motive bietet sich daher eher eine Mehrfeldmessung an, um derartige Effekte weitestgehend zu vermeiden. Bei statischen Aufnahmen ist hingegen das Ausprobieren und Anwenden der Spotmessung (auch in ihrer erweiterten Variante) empfehlenswert, da man hier vor allem bei ungünstigen Gegenlichtverhältnissen oder allgemein hellem Hintergrund sehr gute Ergebnisse erreichen kann.

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