Neue Freunde – weitere Tipps zum Freistellen

Im Beitrag “Umgang mit dem Lasso? – Über das richtige Freistellen“ habe ich gezeigt, wie man recht einfach ein Objekt freistellen kann. Im nächsten Schritt soll diese Arbeit verfeinert werden. Darüber hinaus bekommt der „ausgeschnittene“ Fuchswallach einen neuen Ausblick auf eine andere Herde. An diesem Beispiel soll verdeutlicht werden, was beim Einsetzen neuer Hintergründe zu beachten ist.

Wenn man einem Bildteil einen neuen Hintergrund geben möchte, dann sollte man einige Aspekte dabei beachten:

Auflösung – Die Auflösung des Hintergrundes sollte nicht schlechter sein als die des eingefügten Ausschnitts. Der umgekehrte Fall – also wenn der Hintergrund höher aufgelöst ist – stellt kein Problem dar, solange der Bildausschnitt dann nicht vergrößert wird und dadurch an Qualität verliert. Tipp: Kleine Unterschiede in der Auflösung bemerkt man in der Regel nicht. Vor allem wenn die Bilder nur für den Einsatz im Internet gedacht sind, genügt eine Gesamtauflösung von 72 dpi.

Helligkeit – Ein Objekt wird sofort als störend oder unpassend empfunden, wenn die Helligkeiten von Hintergrund und Vordergrund nicht überein stimmen. Am besten vergleicht man hierzu zwei sehr dunkle oder schwarze Bereiche (sofern vorhanden).

Belichtung / Weißabgleich – Auch die Belichtung sowie der Lichteinfall spielen eine große Rolle. Sehr helle bzw. weiße Bereiche sollten bei zwei ineinander kopierten Bildern annähernd die gleiche Farbe haben. Ein „kalt“ belichtetes Pferd vor einem „warmen“ Hintergrund wirkt wie ein Fremdkörper (zum Weißabgleich siehe auch “Wie weiß ist “weiß”? – Über den Weißabgleich und seine Folgen“). Eine weitere Schwierigkeit stellen unterschiedliche Lichtverhältnisse dar: wenn ein Bild bei diffusem Licht entstanden ist, das andere bei direkter Sonneneinstrahlung, ist ein harmonisches Gesamtbild selten zu erreichen. Eine Möglichkeit stellt dazu ein unscharfer Hintergrund dar (siehe Beispiel unten).

Sättigung und Kontrast – Analog zur Helligkeit muss auch hier darauf geachtet werden, dass diese beiden Eigenschaften auf Ausschnitt und Hintergrundbild möglichst übereinstimmen. Eine Ausnahme stellt, wie bei den anderen Punkten auch, ein gewolltes „Absetzen“ des Ausschnitts aus künstlerischen Gründen dar.

Nachfolgend wurde nun der bereits freigestellte Kopf des Reitpony-Wallachs in ein neues Bild eingefügt:

Der freigestellte Kopf des Wallachs wurde in ein neues Hintergrundbild eingefügt

Der freigestellte Kopf des Wallachs wurde in ein neues Hintergrundbild eingefügt

Hier passen Helligkeit und Farbe der beiden fusionierten Bilder schon sehr gut zusammen. Allerdings ist der Hintergrund bei bedecktem Himmel entstanden, während beim Pferdekopf die Sonne (durch die Wolken) frontal das Pferdegesicht beleuchtet hat. Darüber hinaus wirkt die scharfe Kante des Ausschnitts etwas unerwartet im Vergleich zum ebenfalls relativ scharfen Hintergrund. Abhilfe schafft ein Unschärfefilter (Filter >> Weichzeichnungsfilter >> Gaußscher Weichzeichnungsfilter). Damit wird ein Tiefenschärfeeffekt erzeugt, der dem einer größeren Blende (also kleinerer Blendenzahl) entspricht.

Anwendung eines Weichzeichnungsfilters auf den Hintergrund

Anwendung eines Weichzeichnungsfilters auf den Hintergrund

Diese Anwendung setzt die Verwendung von Ebenen voraus – dadurch lässt sich der Hintergrund unabhängig vom freigestellten Objekt bearbeiten. Nachfolgend noch zwei Beispiele für unpassende Hintergründe: der erste ist deutlich zu hell, beim zweiten wurde ein anderer Weißabgleich benutzt, so dass das in warmen Farben leuchtende Pferd vor kaltem Hintergrund sofort als unpassend auffällt.

Dieser Hintergrund stimmt in Hinblick auf die Helligkeitswerte nicht zum Ausschnitt

Dieser Hintergrund stimmt in Hinblick auf die Helligkeitswerte nicht zum Ausschnitt

Bei diesem Hintergrund sind die Farbtemperaturen unterschiedlich.

Bei diesem Hintergrund sind die Farbtemperaturen unterschiedlich.

Für die Beispiele wurde bewusst das im vorherigen Artikel freigestellte Pferd eingesetzt. Auch in der Komposition mit einem anderen Bild fällt die scharfe Umrandung auf, die an manchen Stellen etwas hart und pixelig wirkt. Dieser Effekt wird besonders deutlich, wenn man einen Blick auf die Details wirft. Nachfolgend sieht man einen Ohrausschnitt, der deutliche Kanten hat:

Detail des freigestellten Pferdekopfes mit "pixeligem" Rand

Detail des freigestellten Pferdekopfes mit "pixeligem" Rand

Diesem Problem kann man auf zweierlei Arten gerecht werden:

  • Kanten glätten: einige Werkzeuge (z.B. die Lassos) bieten die Möglichkeit bereist vor der Auswahl ein Häkchen bei “Kanten glätten” zu machen. Bei Pferdemotiven und anderen natürlichen, weichen Kanten bietet diese Vorauswahl eine sehr gute Möglichkeit die Umrisse etwas weicher zu machen.
  • Kante verbessern: Einige Auswahlmethoden (wie z.B. das Schnellauswahl-Werkzeug) bieten diese Option leider nicht. In diesem Fall muß man die Auswahl nachträglich mit einer weichen Kante versehen. Weich bedeutet in diesem Fall, dass der ausgewählte Bereich nicht exakt kopiert , sondern die Außenkante des ausgewählten Objekts leicht transparent wird.
  • Weichzeichner: Eine dritte Möglichkeit stellt der Weichzeichner (im linken Auswahlmenü) dar, mit dem man manuell Kanten “verwischen” kann. Der Grad des Verwischens lässt sich einstellen. Dieses Werkzeug ist sehr gut geeignet, wenn man nur selektiv korrigieren möchte. Es hat jedoch den Nachteil, dass nicht ganz exaktes Arbeiten schnell zu sehen ist, da hier nicht vom Programm nur die Kante geglättet wird, sondern alles, was man mit dem Weichzeichner “überfährt”.

Das Ergebnis des Tools “Kanten verbessern” sieht dann (für dieses Beispiel etwas übertrieben) so aus:

Der gleiche Bildausschnitt mit geglätteten Kanten.

Der gleiche Bildausschnitt mit geglätteten Kanten.

So kann man das freigestellte Pferd schon für viele Einsatzzwecke nutzen. Eine größere Detailtiefe durch das ergänzende Ausschneiden von Mähne und Tasthaaren wird im nächsten Beitrag gezeigt…

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