Geschichtenerzähler – Über aussagekräftige Bilder

Gelegentlich möchte man ein besonderes Ereignis in Bildern festhalten – die erste Aufführung bei der hofeigenen Weihnachtsfeier, den Besuch der “Pferdewaage” oder die Integration eines neuen Pferdes in die Herde. Vor allem letzteres bietet die seltene Gelegenheit die Herde auf der Weide längere Zeit in (schneller) Bewegung zu sehen. Die nachfolgenden Aufnahmen entstanden an einem schönen Juniabend – der erste Kontakt eines jungen Araber-Berber-Wallach mit der großen Herde nach den ersten Jahren in Hengstgesellschaft.

Nachfolgend sehen Sie einige Bilder, die innerhalb der ersten Stunden entstanden sind. Lassen Sie die Fotos einfach auf sich wirken. Können Sie sich ein Bild davon machen, wie genau der erste Kontakt aussah?

Geschichtenerzähler 1

Geschichtenerzähler 2

Geschichtenerzähler 3

Geschichtenerzähler 4

Diese Bilder stellen nur eine kleine Auswahl dar (und sind nicht nachbearbeitet), aber ich denke, Sie können sich dennoch ein ganz gutes Bild von der Situation und auch der Stimmung machen. Das liegt vor allem daran, dass jedes Bild für sich eine Botschaft enthält, die sich mit Hilfe eines geeigneten Bildausschnitts erzeugen lässt. Natürlich gibt es auch Fotos, die für sich sprechen. Gerade weniger geübte Fotografen mit begrenzten technischen Möglichkeiten (z.B. einer Kamera mit wenig Zoom) gelingt es aber nicht immer gleich die richtige Bildkomposition zu “treffen”. Hierbei kann das nachträgliche Auswählen eines geeigneten Ausschnitts eine große Hilfe sein.

An zwei Beispielen aus der oben gezeigten Bilderserie möchte ich das zeigen. Das erste Bild sah ursprünglich so aus, wie hier links zu sehen:

Das erste Bild aus der kleinen Geschichte

Das erste Bild aus der kleinen Geschichte

Auf den ersten Blick ist der Unterschied in der Aussage zwischen den beiden Bildern nicht groß. Auf dem ersten Bild wirkt der junge Wallach im Gegenteil sogar noch etwas unsicherer als es auf dem zweiten sichtbar ist. Jedoch, und das ist die Veränderung zum zweiten Bild, liegt der Fokus links mehr auf dem Pferd, wohingegen er auf dem rechten eher darauf gelenkt wird, was das Pferd sieht. Es ist so deutlich einfacher sich als Betrachter in das Pferd “hineinzuversetzen”. Dieses Gefühl, diesen Blick nimmt er dann auch zu den nächsten Bildern mit.

Auf dem dritten Bild in der Serie ist der Wallach gerade auf der Flucht. Im Normalfall wäre die Darstellung eines so deutlich aus dem Bild “heraus” laufenden Pferdes weniger gelungen, vor allem wenn das Pferd sehr viel vom Bild einnimmt. Auch hier ist nachfolgend das Originalbild auf der linken Seite zu sehen.

Das dritte Bild aus der Serie - der junge Wallach ist "auf der Flucht"

Das dritte Bild aus der Serie - der junge Wallach ist "auf der Flucht"

Auch wenn der Vergleich nun etwas schwer ist, das Sie das zugeschnittene Bild schon kennen: auch hier liegt der Schwerpunkt nicht auf der Geschichte. Auf dem linken Bild ist ein Pferd zu sehen, das in einer vergleichsweise ungünstigen Situation in Hinblick auf die Galoppphase und noch dazu in einem Schattenfeld fotografiert wurde. Rechts wird – auch in Kombination mit den vorherigen Bildern – deutlich, was bzw. wer das junge Pferd zu diesem Galopp zwingt.

Vielleicht betrachten Sie auch Ihre Aufnahmen einer festgehaltenen besonderen Situation das nächste Mal aus diesem Blickwinkel. Abhängig davon, welches Programm Sie zum Zuschneiden nutzen, gibt es oft auch die Möglichkeit einen Rahmen mit definiertem Verhältnis (z.B. 10×15 oder 9×13) zu ziehen und diesen dann über das Bild zu bewegen. So kann man sich in Ruhe die Wirkung verschiedener Ausschnitte ansehen.

Herzlich Willkommen!

Auf unseren Seiten finden Sie viele Tipps und Anregungen, um selbst schöne Fotos von (und mit) Pferden zu machen. Von der Aufnahme bis zur Nachbearbeitung haben wir unsere Erfahrungen hier zusammengetragen und freuen uns, wenn Sie mitkommen auf einen kleinen Ausflug in die digitale Welt.