Hitchcock auf der Pferdeweide

Vor allem, wenn man ein Pferdeportrait aufnehmen möchte, ist es besonders schön, wenn der Hintergrund etwas verschwommen ist. Dadurch wird das Pferd vor dem Hintergrund freigestellt und wirkt klarer auf den Betrachter. Eine Möglichkeit dies zu erzeugen ist die Vergrößerung der Blende bzw. Verringerung der Blendenzahl wie schon in „Blendend vor unscharfem Hintergrund“ beschrieben.

Ein sehr lichtstarkes Objektiv ist jedoch – vor allem wenn es ein Teleobjektiv sein soll – recht teuer. Neben der Blende lässt sich dieser Effekt jedoch noch durch einen anderen „Trick“ erzeugen. Dabei wird zwar keine Unschärfe erzeugt, aber der Hintergrund rückt “näher heran”, so dass dieser weniger unruhig wirkt. Dieser ursprünglich aus der Filmwelt stammende Effekt bekam seinen Namen von einem Hitchcock-Klassiker: der Vertigo-Effekt. Der manchmal auch “Dolly Zoom” genannte Filmeffekt war erstmals 1958 im Film Vertigo zu sehen – eingesetzt wurde er, um Höhenangst auszudrücken. Beschrieben wird hier die unterschiedliche Wirkung eines Hintergrunds abhängig von der Brennweite des Objektivs bei gleichzeitiger Entfernung des Fotografen vom Objekt. In dem nachfolgenden Film (Quelle: youtube.com) ist dieser Effekt sehr schön zu erkennen.

Auch bei Fotos lässt sich dieser Effekt hervorragend nutzen. Je höher die Brennweite, die man nutzt (wodurch man automatisch weiter weg steht), desto „größer“ wird der Hintergrund, was sich in einer Unschärfe bemerkbar macht. Die nachfolgenden Bilder zeigen das sehr schön: fotografiert von 18mm (hier nur zur Verdeutlichung, da sonst für die Pferdefotografie aufgrund der Verzerrungen wenig eingesetzt) bis 250mm. Auch wenn es kleine Abweichungen im Betrachtungswinkel gibt, ist der Effekt hinsichtlich des (weniger störenden) Hintergrunds sehr gut zu erkennen.

18 mm

18 mm

55 mm

55 mm

100 mm

100 mm

200 mm

200 mm

250 mm

250 mm

Aber Vorsicht: die Schärfewerte der meisten Objektive sind im höheren Brennwertbereich nicht mehr so gut wie im mittleren. An dieser Stelle sollte man versuchen einen Kompromiss zu finden zwischen optimalen Objektiveigenschaften und genutzter Brennweite. Zugegeben – bei einem Objektiv mit nur geringen Zoommöglichkeiten ist auch der Effekt begrenzt. Ab einer Differenz ab oder größer 100 mm ist aber motivabhängig schon ein Unterschied zu erkennen.

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