Transparent: Arbeit mit Ebenen

In dem Artikel Neue Freunde – weitere Tipps zum Freistellen wurde mit verschiedenen Ebenen gearbeitet, um ein freigestelltes Objekt vor einem anderen Hintergrund darzustellen. Dabei wurde “stillschweigend” vorausgesetzt, dass die Arbeit mit verschiedenen Ebenen bekannt ist. Für die, die sonst nicht oder zum ersten Mal damit arbeiten, hier noch ein paar Hinweise zu den Ebenen.

Eine Ebene ist einfach gesagt das digitale Pendant zur Transparentfolie: sie kann entweder komplett transparent sein, halb durchsichtige Elemente enthalten, die in Kombination mit anderen Folien Schatteneffekte oder andere Farben ergeben. Durch die transparenten Bereiche der Ebene sind die darunter liegenden Ebenen sichtbar. Ebenso kann man von einer bestehenden Ebene eine Kopie machen und darin Änderungen ausprobieren ohne das Original zu verändern. Zu finden ist die Übersicht zu den Ebenen in der zugehörigen Palette, die man über Fenster >> Ebenen öffnen kann.

Das nachfolgende Bild zeigt eine eine solche Ebenen-Palette.

Anzeige verschiedener Ebenen in Photoshop Elements

Anzeige verschiedener Ebenen in Photoshop Elements

Eine Ebene lässt sich in der Ebenenpalette durch einen Rechtsklick mit der Maus und der Auswahl einer neuen Ebene erstellen. Alternativ kann man auch eine Kopie der aktuellen Ebene erstellen. Welche Ebene gerade aktiv ist, kann man an der Markierung in der Palette erkennen. Das Auge auf der linken Seite verrät, welche Ebenen allgemein gerade zu sehen sind. Die Ebene an erster Stelle der Liste ist zeitgleich die oberste. Um eine andere Ebene nach oben zu “legen”, kann man diese einfach mit der Maus anklicken und an eine beliebige Stelle ziehen.

Ein möglicher und beliebter Einsatz verschiedener Ebenen ist die Veränderung des Hintergrunds in einem Bild. Im nachfolgenden Bild wurde eine Menge gegenüber dem Original verändert:

11-jähriger Reitpony-Wallach auf der Koppel

Original: 11-jähriger Reitpony-Wallach auf der Koppel

Mit Hilfe zweier neuer Hintergrundbilder und eines neuen Himmels wurde daraus folgendes Bild:

Neue Zusammenstellung: zwei neue Hintergrundbilder und ein neuer Himmel lassen das Pferd auf eine andere Koppel schauen

Neue Zusammenstellung: zwei neue Hintergrundbilder und ein neuer Himmel lassen das Pferd auf eine andere Koppel schauen

Es besteht aus insgesamt vier Ebenen (von hinten nach vorne)

  1. Himmel
  2. Wald
  3. Wiese mit Pferden
  4. und dem freigestelltem Wallach

Besser veranschaulichen kann man sich das, wenn man sich die einzelnen Ebenen getrennt anschaut:

Vier Ebenen ergeben das komplette Bild

Vier Ebenen ergeben das komplette Bild

Ein Hinweis zur letzten Ebene: Den Himmel zu verändern ist ein beliebter Trick der Fotografen aus einem grauen Nichts ein ansprechendes Bild zu machen. Hierzu kann man entweder ein anderes Bild mit schönen, voluminösen oder zarten Wolken wählen oder einen einfach Farbverlauf erzeugen, so wie hier geschehen. Dafür erstellt man eine neue Ebene und wählt aus der Farbpalette oder aus einem anderen Bild ein schönes Blau für den Himmel aus. Zu bevorzugen ist die zweite Variante, da ein Blau aus der Farbpalette schneller unnatürlich wirkt, wenn man nicht ausreichend Erfahrungen damit hat. In Ergänzung dazu wählt man ein zweites Blau, das etwas heller sein sollte als das erste. Es dient für den Verlauf und stellt die natürliche “Aufhellung” des Himmels zum Horizont dar. Dieser Farbton entsteht durch die dickere Luftschicht, die durch den anderen Blickwinkel zum Himmel durchdrungen werden muss und die Farbe weniger intensiv leuchten lässt, weil mehr Blauanteile herausgefiltert werden.

Farbpalette für die Auswahl des richtigen "Himmelblau"
Farbpalette für die Auswahl des richtigen “Himmelblau”

Den Verlauf erzeugt man dann mit Hilfe des Verlaufswerkzeugs: damit zieht man eine vertikale Linie über das Bild, wobei die Linie die Orientierung des Verlaufs bestimmt.) Tipp: shift gedrückt halten – dann wird die Linie automatisch vertikal oder horizontal „arretiert“.

verlaufswerkzeug

  • … Verlaufswerkzeug

Die zweite und die dritte Ebene stellen den eigentlichen Hintergrund dar. Es ist eine Kombination aus einem dunklen Wald (die Rapsfelder der Grafik oben werden von der Wiese überdeckt) und einer Wiese mit zwei grasenden Pferden. Um einen Tiefenschärfe-Effekt zu simulieren, wurden die beiden ebenen unscharf gezeichnet (Filter >> Weichzeichner >> Gaussche Unschärfe). Der Wald wird dabei etwas stärker weichgezeichnet, da er weiter im Hintergrund ist.

In der ersten Ebene findet sich der freigestellte Wallach aus Umgang mit dem Lasso? – Über das richtige Freistellen wieder. Hier muss abschließend überprüft werden ob Helligkeit, Farbe und Kontrast  zueinander passen.

Obwohl die einzelnen Komponenten bereits ganz gut zusammen passen, kann dieses Bild noch weiter optimiert werden. Wünschenswert wäre es zum Beispiel, dass die Unschärfe der Wiese mit der Entfernung von der Kamera zunimmt und nicht so gleichmäßig ist wie oben zu sehen. Wie man mit Filterverläufen arbeitet – dazu im nächsten Beitrag mehr!

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